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Silvia Mathoi
Instructor für Horseman­ship

Über Natural Horsemanship

Auf dem Weg zum Horseman

Wenn wir ein Pferd besitzen, haben wir die Verantwortung, ein wahrer Horseman zu werden - zum Wohle des Pferdes! Es ist einfach notwendig, kenntnisreich zu sein, sowohl am Boden als auch auf dem Rücken des Pferdes. Nur dann können wir Mißverständnissen und Unfällen vorbeugen und vermeiden die allzu häufigen Frustrationen im Alltag mit Freund Pferd. Stecke deinen Anspruch höher! Nicht einfach nur reiten - dein Ziel sollte es sein, dich selbst weiterzuentwickeln zu einem natürlichen Horseman.

  • Du wirst verstehen, wie wichtig es ist, daß du weiterlernst und weiterlernst, bis dein Wissen und deine Fähigkeiten wirklich umfassend sind
  • Du wirst dein gesamtes Denken erweitern, um zu erleben, was mit Pferden möglich ist
  • Du wirst die einmalige Erfahrung machen, daß dein Pferd zu dir mental, emotional und physisch eine echte Beziehung hat. Du wirst einen ganz besonderen "Rapport" aufbauen, wirst mehr Abwechslung und mehr Spaß mit deinem Pferde erleben, das gegenseitige Vertrauen verbessern und schlußendlich eine mentale Verbindung aufbauen, die stärker ist als jedes Führseil.

Um mit Pferden am Boden wirklich gut zu werden, kannst du in zwei Bereichen Können entwickeln: On Line (am Führseil) und At Liberty (freilaufend). Am besten fängst du On Line an. Von den Ergebnissen, die du bekommst, einmal ganz abgesehen, hilft es dir, die Bedeutung der Zonen zu begreifen, das Prinzip zu lernen, wie man Pferde durch "angenehm/unangenehm" weiterbildet, und du lernst die 4 Phasen der Bestimmtheit. Es hilft dir, einen unabhängigen Sitz zu entwickeln ... bevor du überhaupt aufgesessen bist.

On Line-Logik

Dies ist der Bereich, in dem wir die größten psychischen Veränderungen bei unserem Pferd bewirken können, indem wir nämlich eine Sprache etablieren, ein System der Kommunikation und des Respekts.

Reitunterricht beginnt und endet meistens auf dem Pferderücken. Doch ohne das Können am Boden fehlt ein bedeutendes Teil des Puzzles. Dies ist der Grund, warum so viele Reiter frustriert sind, verletzt werden, äußerst mittelmäßige Ergebnisse erzielen.

Diesen Teil seines Ausbildungsprogrammes nennt Silvia die "On Line Logik". Hierzu gehören die sieben verschieden Arten in der Kommunikation der Pferde untereinander. Sie basieren auf der Logik der Fluchttiere. Wir benutzen sie, wenn wir eine auf unsere Freundschaft und unseren Respekt gegründete Rangordnung aufbauen. Diese Spiele spielen wir am Seil und - abhängig von deinem Kenntnisstand - verwenden wir die fast 4 m lange Leine, die fast 7 m lange Leine oder das Lasso von 14 m Länge. Dieses sind nicht etwa simple Führstricke, sondern Seile der Kommunikation, quasi unsere Telefonkabel, die ein bestimmtes Leben in sich haben. Sie sind weich, aber stark und haben genau das richtige Gewicht, so daß man seine Bewegung gut kontrollieren kann. Wenn man mit Pferden kommunizieren oder sie gar ausbilden möchte, sind dies wichtige Kriterien! Mit diesen drei Seillängen - plus einem kurzen 1,8-m-Seilchen sowie einem handgeknüpftem Seilhalfter hast du eine komplette Ausrüstung und bist auf alle denkbaren Situationen immer gut vorbereitet.

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Wenn Dein Pferd gelassener, smarter, mutiger und athletischer wäre - was könntest du dann mit ihm unternehmen?

Alles was du willst, nicht wahr? Was auch immer du mit deinem Pferd unternimmst, es sollte ihm helfen, gelassener, smarter, mutiger und athletischer zu werden! Und bei alledem sollte es ein Spiel bleiben. Wenn du es so betrachtest, wirst du nicht frustriert werden ... wird dein Pferd länger interessiert sein ... hilft es dir und deinem Pferd miteinander Spaß zu haben ... machst du schneller Fotschritte ... entwickelst du deine eigene emotionale Fitneß, so daß du nicht ärgerlich und ungerecht reagierst.

Denke daran, daß dies ein Programm zur Weiterentwicklung ist, nicht nur etwas, was du gelegentlich tust. Wenn Du Dir die Zeit nimmst, diese verschiedenen Arten in der
Kommunikation der Pferde zu lernen, werden dir immer mehr Möglichkeiten einfallen, sie anzuwenden, und du wirst immer neugieriger werden, wie sie sich auswirken auf dein immer erfreulicheres Verhältnis zu deinem Pferd - je fortgeschrittener du wirst, dest mehr Spaß habt ihr beide.
Pferde sind sehr gut darin, diese Spiele mit uns zu spielen. Achte einmal darauf, wie oft sie erreichen, daß wir dem Druck weichen, daß wir Bögen und Kreise laufen und wir in einer Ecke eingesperrt landen! Pferde spielen diese Spiele schon ihr ganzes Leben lang.
Silvia zeigt nun einen Weg auf, wie Menschen sie spielen können, wie sie damit den Respekt des Pferdes erlangen und in Harmonie mit ihrem Pferd treten können - am Boden und schließlich auf dem Pferderücken. Du wirst feststellen, daß alles, was du tust, tatsächlich eine Ableitung eines dieser 7 Spiele ist.

Die 7 Spiele

Nr. 1 Das Freundlichkeitsspiel

Zuerst geht es darum, deinem Pferd zu zeigen, daß du ihm nicht wehtun wirst, obwohl du es könntest. Statt es einfach nur zu streicheln und ruhig mit ihm umzugehen, wirst du es mit Situationen konfrontieren, die es ängstigen und ihm hierbei beweisen, daß ihm nichts passiert. Man reibt es mit irgendwelchen Dingen am ganzen Körper, schlingt Seile um seine Beine, wirft sie über seinen Rücken und seinen Kopf, hüpft rund um das Pferd ... der Trick ist, alles mit Rhythmus zu tun, bis das Pferd sicher ist, dass es nichts fürchten muß und von allein ruhig stehenbleibt.
Manche Pferde - auch solche, die schon seit Jahren unter dem Sattel sind - hatten niemals eine Chance, ihren Sattel wirklich kennenzulernen. Doch du kannst auch mit deinem Sattel das Friendly Game spielen, ihn überwerfen, reiten, usw., bis das Pferd sich damit sicher fühlt.

Zwei Dinge sind dabei wichtig:
das eine ist, dem Pferd zu erlauben, daß es ein paar Schritte macht (wobei es dir jedoch den Kopf zugewandt lassen sollte und das Seil durchhängt);
das andere ist, Rhythmus beizubehalten. Das gibt dem Pferd Sicherheit, denn es weiß, welche Bewegung als nächstes kommt, bzw. welche sich wiederholen wird.
Dieses Spiel spielst du auch immer wieder zwischen allen anderen Spielen, um das Pferd zu beruhigen und die Balance zwischen Dominanz und Freundlichkeit zu bewahren.

Nr. 2 Das Stachelschweinspiel

Pferden ist eine Reaktionsweise angeboten, die wir den "Opposition Reflex" nennen. Er tritt zutage, wenn sie gefangen sind, es ist ein Instinkt, der sie gegen den Druck anrennen läßt, und sie tun dies gegen das Halfter, gegen das Gebißstück, gegen den Schenkel ... dies ist auch der Grund, warum sie zurückziehen und in Schwierigkeiten geraten, wenn sie in engen Räumen sind, z. B. Pferdeanhängern - Platzangst gehört zu ihren Überlebensstrategien.
Das Stachenschweinspiel lehrt das Pferd, dem Druck zu weichen. Die meisten Menschen setzen zwar schon ein Piksen ein, doch wir empfehlen stetigen Druck, so daß das Pferd lernt, diesem stetigen Druck durch eine eigene Bewegung zu entgehen.
Bedenke, daß Pferde in diesen Spielen sehr gut sind, tatsächlich haben sie den schwarzen Gürtel! Und sie testen aus, wer von euch beiden als erster weichen wird. Stelle sicher, daß du so verläßlich bist wie ein Zaunpfahl (was bedeutet, daß der Druck wirklich weg ist, sowie es sich bewegt, und ihm nicht etwa folgt). Möglicherweise brauchst du etwas wie einen Sporn in deiner Hand, wenn das Pferd wirklich derbe gegendrückt. Doch du wirst dich wundern, wie leicht dein Pferd plötzlich ist, sowie es dieses Prinzip begriffen hat.
Denke daran, weich zu beginnen und den Druck langsam aber stetig zu steigern, bis das Pferd nachgibt. Sowie es weicht, reibe die Stelle, die du zuvor gedrückt hast, das ist es, was dein Pferd weich macht.
Kannst du dein Pferd vorwärts, rückwärts, seitwärts nach rechts und links, Vorderteil, Hinterteil, Kopf rauf und runter bewegen, nur mit dem simplen Druck deiner Finger halten (nicht weit weg rennen) und aufhören, wenn du vom Drücken zum Streicheln wechselst.

Nr. 3 Das Weichen auf ein Zeichen

Miteinander spielen Pferde das Driving Game, den lieben langen Tag lang. Sie treiben mit einem Blick, der Bewegung ihrer Ohren, einem Wirbeln des Schweifes oder dem Anheben eines Hinterbeines. Das Körpersprache, mit der sie ausdrücken: "Wenn du dich nicht bewegst, läufst du gegen meine Zähne oder meine Hufe".
Dieses Spiel kommt nach dem Stachenschweinspiel, weil das Pferd zuvor lernt, dem physischen Druck zu weichen, bevor du erwarten kannst, daß es auch mentalem Druck weicht. In dieser Sprache machst du Vorschläge und Versprechen. Wenn das Pferd deinen Vorschlägen nicht folgt, versprichst du ihm die Konsequenz - daß es gegen deinen physischen Druck läuft, also gegen das schwingende Seil, den erhobenen Stecken oder die ausgestreckte Hand. Du versuchst nicht etwa, das Pferd zu schlagen. Doch wenn es sich nicht bewegt, gerät es gegen diesen Druck. Diesen Unterschied spüren Pferde sehr wohl! Wenn du ein Pferd mit Absicht schlägst, gibt es dir die Schuld und schlägt möglicherweise zurück. Das Schlimmste ist, daß es die Form von Strafe nicht begreifen kann. Wenn du aber vorschlägst, daß das Pferd sich bewegt, und das Pferd tut es nicht und gerät dadurch wie versprochen gegen physischen Druck, begreift es durchaus, daß es aus dem Weg gehen sollte ... es war seine Aufgabe, dem Druck zu entkommen! Es wird dir nicht die Schuld geben und wird sich beim zweiten Mal (oder beim dritten) bewegen.

Das Schlimmste was du deinem Pferd antun kannst, ist es anzulügen - indem du versprichst, der physische Druck würde als nächstes folgen, und dann läßt du ihn nie folgen!
Das Pferd weiß von dem Tage an, daß du nicht hälst was du versprichst, und wird es dir mit mangelndem Vertrauen und mangelndem Respekt antworten. Es weiß, daß es einen Anführer braucht, der hält, was er verspricht, der nicht lügt und der gerecht ist, gerade so, wie ein vierbeiniger Anführer der Herde wäre.
Nun schau, ob du dein Pferd rückwärts schicken kannst, indem du nur mit deinen Fingern winkst (als wolltest du es mit Wasser naßspritzen); bewege sein Vorderteil, indem du auf sein Auge zeigst; bewege sein Hinterteil weg, so daß es dich anschaut (indem du dein Seil Richtung Hinterteil schwingst - und schau auf Sicherheitsabstand - und es vielleicht damit erreichst). Wenn es dich anschaut streichle und reibe es auf der Stirn und laß es spüren, daß dieses richtig und gut war. Dann wiederhole dies Spiel. Ihr werdet erreichen, daß es sich mit dem Kopf zu dir dreht, sowie du die Zone 4 scharf anguckst.

Nr. 4 Das Jo-Jo-Spiel

Jetzt kommen wir dahin, daß du dein Pferd rückwärts schickst und vorwärts, in geraden Linien (anfangs vielleicht nicht absolut gerade, doch du wirst es erreichen).
Du wirst schon festgestellt haben, daß manche Pferde sehr gerne herkommen, aber so tun, als könnten sie nie besser rückwärts gehen als fliegen. Andere rennen rückwärts, aber kommen nicht vorwärts auf dich zu. Das ist ein Yo. Das Yo-Yo-Spiel bringt das Gleichgewicht hinein.

Jo-Jo-Spiel

Wedele mit deinem 3,7-m-Seil, damit dein Pferd rückwärts geht. Beginne weich, dann steigere das Wedeln über Finger, Handgelenk, Ellenbogen und Schulter, bis das Halfter geschüttelt wird und es sich ziemlich unangenehm anfühlt. Wenn dein Pferd bei den Versuchen, diesem Gefühl zu entkommen, einen Schritt rückwärts macht, höre sofort mit jedem Wedeln auf und laß es spüren, daß dies gut und richtig war. Beginne wieder genauso weich und steigere es, bis es ein Schrittchen macht, dann stoppe. Wiederhole es, bis das Pferd verstanden hat. Frage schließlich nach einem ganzen Schritt oder zweien, späte nach zwei Schritten oder mehr, bis du es schließlich rückwärts schicken kannst bis ganz zum Ende des Seiles.
Nun lade es ein, wieder zu dir zu kommen. Hole das Sein ein, rhythmisch, Hand über Hand, stufenweise fest zufassend, so daß das Seil weniger durchrutscht, bis das Pferd schließlich einen Schritt vorwärts macht. Sowie es das tut, mach deine Hände auf und hole wieder mit offenen Händen ein, rhythmisch. Wenn es schließlich den ganzen Weg zu dir gkommen ist, höre auf und streichele es. Schicke es schließlich wieder rückwärts hinaus, hole es vorwärts wieder usw., bis es ganz leicht geht.

Nr. 5 Das Zirkeln

Viele Menschen meinen, das Circle Game wäre Longieren, doch das Circle Game ist viel mehr! Es ist ebenso sehr mentale Übung wie physische Übung.
Das Pferd lernt dabei, daß es sein Job ist, die Gangart beizubehalten, bis man ihm etwas anderes sagt. Beim Longieren dagegen läuft das Pferd gewöhnlich außen auf der Kreislinie endlose Runden, während die Peitsche fortwährend auf den Boden schlägt, um es in Bewegung zu halten. Der Körper wird trainiert, während die Gedanken sonstwo sind.
Das Circle Game lehrt das Pferd, loszumarschieren mit Schwung und rundum zu laufen im Schritt, Trab oder Galopp, während du dich gemütlich auf deinen Stecken stützt.
Das Geheimnis besteht darin, das Pferd völlig in Ruhe zu lassen, solange es tut, was wir von ihm möchten. Wenn es von sich aus etwas ändert, unternehmen wir etwas. Jedesmal, wenn es anhält oder die Gangart wechselt, hole es zu dir herein und schicke es von neuem los. Schnell kommt es dahinter, daß es die bequemere Lösung ist, draußen auf der Zirkellinie zu bleiben. Denke dabei an ein Minimum von 2 Zirkelrunden, ein Maximum von 4 Runden. Wenn es ohne Stocken 2 Runden laufen kann, beweist es dir Respekt und folgt seiner Aufgabe. Spätestens nach 4 Runden wird die Sache langweilig.
Wenn du auf dem Wege bist, dein Pferd mental, emotional und physisch fit zu machen, sind 32 Runden nicht die Methode der Wahl. Wenn du mehr unternehmen möchtest als nur 4 Runden, dann laß dir etwas einfallen ... suche Hindernisse und Spielsachen, unebenes Gelände, mache das Seil mal lang, mal kurz usw. Du wirst tolle Ergebnisse bekommen und deine Kommunikation von Mensch zu Pferd verbessern.
Vergiß nicht, all diese Spiele aus der Sicht des Pferdes zu betrachten.

Nr. 6 Das Seitwärts

Je besser dein Pferd rückwärts und seitwärts geht, desto besser wird es auch alle anderen Dinge tun!

Prüfe dies! Wie gut geht es seitwärts? Wenn du dies nie zuvor getan hast, schicke zuerst seinen Kopf zur Seite, dann das Hinterteil, dann wieder den Kopf, dann das Hinterteil, bis es schließlich eine gleichmäßige Bewegung wird und das ganze Pferd seitwärts geht. Benutze einen Zaun als Hilfe, damit das Pferd nicht vorwärts gehen kann, und das 3,7-m-Seil ist ideal für den Anfang. Du kannst das Schwanzende schwingen, um das Hinterteil zu bewegen, oder den Stecken nehmen für deinen Sicherheitsabstand.
Vergewissere dich zwischendurch, daß du durch ausreichend langes Seil ermöglichst, daß es sich von dir weg bewegt, ohne immer wieder am Seilende anzustoßen. Wenn der Kopf zu weit voraus ist, muß vielleicht das Hinterteil schneller folgen! Wedele mit dem Mittelteil des Seiles oder schwinge den Stecken. Oftmals muß man nicht gleich beißen. Doch wenn du Beißen versprochen hast, dann beiß.
Es wird nicht lange dauern, bis dein Pferd verstanden hat, und es sich willig am Zaun entlang seitwärts bewegt. Achte darauf, daß du rechts und links gleichermaßen gut trainierst. Pferde haben oft eine "gute" und eine "schlechte" Seite.

Nr. 7 Das Engpaßspiel

Weil Pferde nun einmal von Natur aus Platzangst haben, hassen sie enge oder geschlossene Räume. Das Squeeze Game hilft Pferden, in dieser Hinsicht gelassener und mutiger zu werden.

Stelle dich nahe einer Wand auf, vielleicht etwa 4 m von ihr entfernt, und fordere dein Pferd auf, durch diesen Zwischenraum hindurchzugehen. Für manche Pferde mag schon dieses zu eng sein! Sei darauf vorbereitet, einem solchen Pferd vielleicht auch 6 m als Engpaß anzubieten! Finde heraus, mit welcher Weite du beginnen kannst, und reduziere den Durchlaß schrittchenweise, während dein Pferd mehr und mehr Vertrauen zu dieser Aufgabe faßt. Schließlich endet ihr bei ca. 90 cm Weite, was etwa der Breite im Pferdeanhänger entspricht.
Achte darauf, daß es am Ende des Engpasses immer angenehm ist für dein Pferd, also achte darauf, daß du das Seil lang genug läßt, damit es laufen kann. Dann wende dein Pferd und laß es in der anderen Richtung durch den Engpaß gehen. Schließlich wirst du entscheiden können, ob es im Schritt, im Trab oder im Galopp hindurchläuft.
Wennnn dies alles sicher sitzt, wird es kaum ein Problem sein, das Pferd in den Hänger zu schicken, anstatt vorherzugehen.

*****

Wie lange spielst du ein jedes dieser Spiele?

Es ist alles okay, solange du spürst, daß dein Pferd mit dir in Harmonie ist. Dies können 2 Minuten sein ... oder aber 2 Stunden ... Doch wenn du dir die Zeit nimmst, dein Pferd all dieses zu lehren, zahlt es sich später dreifach aus!

Diese 7 Spiele zeigen jede Schwäche und jedes "Nein, will ich nicht" deines Pferdes ganz klar auf. Und sie werden sie ebenso klar beseitigen, wenn du sie gut genug spielst, denn sie sind der Schlüssel zum gelassenen, smarten, mutigen und athletischen Pferd. Ein Horseman nimmt sich die Zeit, die es braucht, ein Pferd zu schulen. Keine Abkürzungen, keine Hilfszügel. Diese sind nicht natürlich, sondern nur ein Beweis für eine Einstellung, die Gewalt akzeptiert. Während du Fortschritte machst, dein Pferd besser und besser verstehen lernst, seine Psyche und Beziehungsstrategien begreifst, wirst du alle Antworten darin finden, an dir selbst zu arbeiten, damit du ein Horseman wirst.

Angenehm und unangenehm

Die oberste Motivation für dein Pferd ist: angenehm soll es sein.

Lerne, eine Situation im richtigen Moment angenehm (und im richtigen Moment unangenehm) zu machen. Dann wirst du erreichen, daß für dein Pferd die erwünschten Dinge leicht sind und die unerwünschten schwierig. Dein Timing ist wichtig! Je eher du dein Pferd spüren lassen kannst, daß es alles richtig macht, und je früher du es fühlen lassen kannst, daß es sich für etwas Unerwünschtes entschieden hatte, desto schnell lernt dein Pferd.

 

Prüfe dich selbst:
Reagierst du exakt im besten Moment, oder bist du immer 2 Sekunden zu spät? Kannst du das angenehme Gefühl ganz schnell bewirken (sofort loslassen) und das angenehme Gefühl langsam wegnehmen (die 4 Phasen der Bestimmtheit einsetzen)? Bist du verläßlich in deinen Signalen oder neigst du dazu mal das eine Kommando, mal das andere zu benutzen, obwohl du dasselbe willst (hooh, steh, bleibe da)? Verläßlichkeit ist wichtig, wenn du möchtest, daß dein Pferd versteht, was du willst.
Kannst du dein Pferd spüren lassen, daß es etwas Unerwünschtes tut, und doch dabei weiterlächeln? Denke immer daran, daß Pferde darauf programmiert sind, das Gegenteil von dem zu tun, was das Raubtier ihnen sagt! Du möchtest dich als ein Partner darstellen und nicht als das Raubtier.

Nimm dir Zeit für die Ausbildung deines Pferdes, hilf ihm beim Lernen der Dinge, die erwünscht sind. Manchmal lernt das Pferd durch den Prozeß der negativen Auslese - es pobiert lange herum, bis einmal die richtige Lösung dabei ist. Bleib passiv und verläßlich in der richtigen Position und achte auf den kleinsten Ansatz zur richtigen Lösung.

4 Phasen der Bestimmtheit

Viele Menschen bleiben stecken bei mittelmäßigen Ergebnissen, weil sie ihre Versprechungen gegenüber dem Pferd nicht einlösen - sie zeigen nicht, daß sie es ernst meinen. Andere wiederum machen ihre Pferde verrückt oder hektisch, weil sie mit Phase 2 oder gar 3 beginnen anstatt sanft mit Phase 1.

Wann immer du deinem Pferd einen Hinweis gibst, beginne freundlich mit Phase 1 und 100g. Weigert es sich, steigere deine Bestimmtheit schrittchenweise über Phase 2 ... 3 ... 4 ... 64 (!), bis eine Antwort kommt.
Lasse jeder Phase etwa 3 Sekunden Zeit. Machst du schneller, hat dein Pferd zuwenig Zeit zum Denken. Machst du langsamer, bleibt dein Pferd länger beim unerwünschten Tun und kommt nicht zur Entscheidung, etwas zu ändern.
Wenn du diese 4 Phasen der Bestimmtheit in jeder Situation beherrschst, lehrst du dein Pferd, leicht und weich zu antworten und dich zu respektieren. Es weiß dann, daß du freundlich sein möchtest, aber sehr wohl weißt, was zu tun, um das zu erreichen, was du möchtest.
Denke darüber nach, wie diese 4 Phasen in jedem der Spiele aussehen können. Denke daran, Rhythmus zu benutzen und darauf zu vertrauen, daß dein Pferd positiv antworten wird. Doch sei darauf vorbereitet, es zu korrigieren. Beständigkeit ist ein guter Lehrer.

Natürliche Lerntechniken

  1. Respekt bekommst du am Boden (oder gar nicht).
    Wenn du ein Problem hast, sitz ab und kläre die Sache am Boden.
     
  2. Die 4 Verantwortlichkeiten
    Dein Anteil:
    • Werde mental, emotional und physisch so fit, daß du dich nicht wie ein Raubtier verhalten wirst
    • Habe einen unabhängigen Sitz und Stand
    • Denke wie ein Horseman
    • Benutze die natürliche Kraft deines Focus
    Der Anteil deines Pferdes:
    • Werde mental, emotional und physich so fit, daß du dich nicht wie ein Fluchttier verhalten wirst
    • Wechsle nicht die Gangart
    • Wechsle nicht die Richtung
    • Schau hin, wohin du dein Füße setzt

    Wann immer du mit deinem Pferd umgehst, denke daran, es ist deine Aufgabe, ihm zu helfen, daß es seine Verantwortlichkeiten kennt und ihnen nachkommt.

  3. Denke an die Zügel-Zuständigkeiten
    • Indirekter Zügel: Er biegt den Hals und löst die Hinterhand. Nimm den Zügel an in Richtung Bauchnabel (extreme Position wäre zur gegenüberliegenden Schulter, nicht hinter dem Bein!), Fingernägel nach oben.
    • Direkter Zügel: Er führt die Vorhand. Der rechte direkte Zügel ist verantwortlich für das rechte Vorderbein, der linke Zügel für das linke Vorderbein. Benutze ihn mit gestrecktem Ellenbogen, um die Vorhand anzuheben und herumzuführen, und deiner Hand nach.
    • Kontrollierender Zügel: Dieses ist eine inaktive Zügelposition, die du einsetzt, um dein Pferd zu stoppen, wenn du die totale Kontrolle zum Anhalten benötigst. Gleite am Zügel nach vorn und führe die Zügelhand zu deinem Bein. Lehre dein Pferd, ohne Angst oder Widerstand in diese Biegung zu folgen, so daß du sie für das Anhalten aus Schritt, Trab oder auch vollem Galopp benutzen kannst, ohne einen Sturz zu riskieren.
  4. 2 Bewegungen, die gut klappen sollten
    Versuche diesen Test schnell:
    Frage dein Pferd, ob es schnell 20 Schritt rückwärts macht, dann schnell 20 Schritt nach links und schnell 20 Schritt nach rechts - denn je besser dein Pferd rückwärts und seitwärts geht, desto besser tut es auch alle anderen Dinge. Dies ist die Wahrheit! Behalte diesen Gedanken im Kopf und konzentriere dich darauf, diese Bewegungen zu verbessern, wann immer du mit deinem Pferd spielst.

*****

Bedenke:
dieser Grundkurs ist nur der Anfang! Wenn du weiterlernen möchtest, frage nach weiterer Unterstützung durch aufbauende Kurse oder eine Gruppe Gleichgesinnter.

Anstehende Termine

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Aktuelles

  • 25.10.2017 Viele neue Termine für 2018 weitere Infos
  • 24.08.2017 Save the date: 07./08. April 2018 Grundlagenkurs in 89155 Erbach/Bach
  • 02.08.2017 Neue Termine für kostenlose Inspirationsnachmittage im August und September 2017: weitere Infos
  • 01.08.2017 Neuer Film mit Einblicken in Grundlagenkurs online: Film ansehen

Erfolgreiche AbsolventInnen

Schritt 1
Sandy Döpker hat am 21. August 2017 den Schritt 1 bestanden. Sandy Döpker mit Silvia Mathoi

weitere AbsolventInnen

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Hier werden Pferde und Horsemanship-Zubehör zum Verkauf angeboten.
Aktuell:

  • 10jährige Württemberger Stute sucht einen neuen Partner mit Herz
  • 7jähriger Isländer-Mix für 1 Jahr zur Verfügung (alternativ auch zum Verkauf)
  • 5jährige gekörte bildschöne PRE-Stute
  • Parelli Stute zu verkaufen
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